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Reiseberichte

Kulturfahrt nach Umbrien
Die Heimat des Hl. Franz von Assisi
21. - 28. Mai 2011

Die Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt mit ihrer aktiven Präsidentin, Fr. DDolm. Trude Graue, lud im Mai zu einer Kulturfahrt nach Umbrien ein und 37 Teilnehmer kamen.
Umbrien das Heimatland des Hl. Franz von Assisi, übt wohl einen besonderen Reiz aus und war daher stark nachgefragt.
Diese Region am Mittleren Apennin und am Tiber gelegen, wird mit ihren fruchtbaren Tälern und Mittleren Gebirgen auch das Grüne Herz Italiens genannt. Kein Wunder, dass diese Gegend schon früh besiedelt und immer wieder heiss begehrt war. Etrusker, Römer, Goten, Langobarden und Franken, alle drängten in diesen gesegneten Landstrich und gaben ihm zusammen mit den Einheimischen ihr buntes Gepräge.
Unser Carinthian Bus mit dem ausgezeichneten und entgegenkommenden Fahrer Edi am Volant verließ bei Cesena die Autostrada und überquerte auf der 71er oder E7 die reizvolle Alpe di Luna ins Obere Tiber-Tal. Schon auf der Anreise bekamen wir in Città di Castello und Umbértide erstmals das Gefühl, in mittelalterliche Städte einzutauchen.
In San Feliciano, am Lago Trasimeno, wo einst Hannibal die römischen Legionen im Ufersumpf vernichtet hat, bezogen wir unser erstes Quartier.
Am darauffolgenden Tag, das Wetter war angenehm warm, fuhren wir ins reizvolle und mittelalterliche Gubbio am Monte Ingino und wurden von einem bunten Treiben der dortigen Jugend überrascht, die in farbenprächtigen Kostümern die CORSA dei CERI feierte. Die Altstadt mit ihren Palazzi, Kirchen und Straßen hat ein Flair, dass man sich wirklich im Mittelalter wähnt. Auf dem Heimweg sahen wir noch die Abbazia San Salvatore di Monte Corona und das verlassen wirkende Corciano.
Der nächste Tag ist vorwiegend Assisi und dem Convento di San Francesco mit der Ober- und Unterkirche des Hl. Franz und den herrlichen Fresken von Giotto, Cimabue und Martini gewidmet. Aber auch die Basilika der Hl. Klara, Gründerin der Klarissenklöster und treue Gefährtin des Francesco, sowie der Dom San Ruffino sind sehenswert. Spello, die Abtei von Sassovivo und Bevagna runden den Tag ab.
Dann steht Perugia, die alte Etruskerstadt auf dem Programm. Mit der Minimetro fahren wir ins Zentrum hinauf, geprägt von der Piazza IV Novembre mit der phantastischen Fon-tana Maggiore. Beeindruckend ist hier auch der Palazzo dei Priori mit den Werken des Perugino. Über das Keramikzentrum Deruta und Sant’Arcangelo kehren wir in unser Hotel zurück.
Am Mittwoch packen wir unsere Koffer und besichtigen in Montefalco die beeindruckenden Fresken des Benozzo Gozzoli über das Leben des Heiligen Franziskus. Spoleto zeigt uns am Friedhof die Chiesa San Salvatore und den wunderbaren Domplatz. Die Fahrt zur abgelegenen Abtei San Pietro in Valle hinauf war für den riesigen Bus kaum zu bewältigen und wir waren froh, abends sicher in unserem neuen Hotel „Bramante“ in Todi anzukommen.
Der vorletzte Tag war der Besichtigung der früheren Abteien Santa Maria in Pantano sowie der Santi Fidenzio e Terenzio in Massa Martana, vor allem aber der Erkundigung von Todi selbst vorbehalten. Der lustige Aufzug, die riesige Hallenkirche Tempio San Fortunato, die Piazza del Popolo mit der Kathedrale, das in Italien omnipräsente Denkmal des Haudegen Garibaldi prägen diese Stadt am Berge.
Am Tage vor unserer Heimreise fuhren wir noch ins mittelalterliche Narni, wo uns besonders die Schlichtheit der Kirche des San Francesco aus dem 13. Jahrhundert gefiel. Als letztes Highlight unserer Kulturreise ist aber wohl Orvieto mit seinem unvergleichlichen Dom und dem Freskenzyklus von Signorello zu sehen. Die Stadt hat aber auch sonst allerhand zu bieten: die Zugseilbahn hinauf auf den Hügel, den Shuttle Bus, die Altstadt mit der Chiesa di San Francesco, dem man ja in seinem Heimatland überall begegnen kann und auch die Rocca, jener Felsberg, von dem so manche Stadt trotzig ins Tal blickt.
Wer Italien von seiner schönsten Seite kennenlernen will, der sollte nach Umbrien fahren.

Dr. Hellmut Huber