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Breve storia dei Casati Friuliani

Im März 2018 stellte Architetto Giovanni Virgilio zusammen mit Dr. Deuer den 3. Band seiner Reihe „Castelli senza confini“ im Rahmen einer Veranstaltung der Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt vor. Das Interesse des Publikums an dem Projekt, an dem er rund 10 Jahre gearbeitet hatte und im Rahmen dessen er Slowenien, zwei österreichische Bundesländer (Tirol und Kärnten), drei italienische Regionen (Friaul-Julisch Venetien, Trentino-Süd-tirol und Venetien), sowie eine kroatische Region (die Halbinsel Istrien) präsentiert hatte, war besonders groß, so dass nicht alle Bücherwünsche aus dem Publikum an diesem Abend befriedigt werden konnten.

Viele dieser Regionen unterstanden ab dem Jahr 1077 für einige Jahrhunderte dem Patriarchat von Aquileia oder waren Teil der riesigen Diözese, die bis nach Ungarn reichte. Das Patriarchat war somit nicht nur für die Menschen in Friaul ein einheitlicher Staat mit einer „Zentralregierung“, mit der sich die Bevölkerung identifizieren konnte, sondern umfasste ein Gebiet, in dem nicht weniger als elf Millionen Menschen auf einer Gesamtfläche von über 85.000 km2 lebten.

Nunmehr liegt das neueste Buch von Arch. Giovanni Virgilio vor, in dem er sich mit den Burgen und Adelssitzen in seiner unmittelbaren Heimat – Friaul – beschäftigt, wobei diesmal aber auch die Besitzer und Bewohner dieser historischen Bauwerke zu Wort kommen.

Der Autor beschränkt sich diesmal nur auf Friaul, ein historisch und geografisch genau beschriebenes Gebiet, das erst im 20. Jahr-hundert mit den früher habsburgischen Gebieten der Region (vor allem um Triest und Görz) in einer Region vereint wurden, die dann die Bezeichnung Friaul-Julisch Venetien erhielt. Nicht allgemein bekannt dürfte ferner die Tatsache sein, dass Italien zwar seit dem Referendum vom 2. Juni 1946 eine Republik ist, dass aber die Adelsprädikate, die vor der Machtergreifung durch den Faschismus im Königreich Italien bestanden, auch heute noch Gültigkeit haben.

Im vorliegenden Werk beschreibt Arch. Virgilio die „alten“ und wichtigsten friulanischen Adelsfamilien, die vor über 1.000 Jahren im Gefolge der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – seit Otto I - in diese Gebiete kamen und hier von den Kaisern oder direkt vom Patriarchen von Aquileia mit Land und Burgen belehnt wurden.

Er befasst sich mit jenen Familien, die um 1077 – als der fränkische Kaiser Heinrich IV am Rückweg von Canossa dem Patriarchen Sieghard am 3. April in Pavia die Mark Krain und am 11. Juni 1077 die Grafschaft Istrien als weltliches Lehen übertrug – hier ansässig wurden und bei denen man zwischen hohem (oder freiem) Adel und den „Ministerialen“ oder Dienstadel unterschied; dazu kommen noch einige weitere bedeutende Familien, die in keine dieser Kategorien passen.

Von den ursprünglich 20 Familien, die der Autor präsentieren wollte, blieben zunächst nur 14 übrig, da einige bereits ausgestorben waren; einige weitere wollten nicht an diesem Projekt teilnehmen, so dass schließlich zehn Familien vorgestellt werden.

Der zeitliche Bogen reicht vom 11./12. JH bis ca. ins 14./15. JH als Venedig große Teile von Friaul beherrschte. Dem Patriarchen von Aquileia kam eine wichtige historische und diplomatische Rolle im Kampf zwischen der Serenissima Repubblica di Venezia und den Habsburgern um die Vorherrschaft in diesem Gebiet zu.