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Erfahrungsberichte

Istituto Venezia in Venedig

Nach zwei Jahren Sprachunterricht in Kärnten, entschloss ich mich, meine bisher erworbenen Italienischkenntnisse im Mutterland dieser Sprache zu vertiefen.

Das Angebot an Sprachinstituten im Internet, aber auch in italienischen Sprachmagazinen ist sehr groß und über ganz Italien verstreut. Dank der freundlichen und kompetenten Beratung durch Frau Anita Lenz von der Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt entschied ich mich für das Istituto Venezia“, das zwei Sprachschulen betreibt: eine in Venedig, die andere in Triest, wobei nur jene in Venedig ganzjährig Unterricht anbietet.

Die Inskription erfolgt problemlos über das Internet. Der Unterricht wird in fünf Sprachstufen (Anfänger bis C1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen) angeboten. Zur persönlichen Einstufung füllt man zunächst einen Online-Test aus, der durch ein persönliches Gespräch am ersten Morgen des Unterrichts am „Istituto“ ergänzt wird. Es ist durchaus möglich, dass in den ersten Tagen ein Wechsel in eine höhere oder niedrigere Kursstufe angeregt und durchgeführt wird. Die Kurse werden ein – und mehrwöchig angeboten.

Der vormittags durchgeführte Unterricht fand in einer international bunt zusammengewürfelten Kleingruppe von fünf Teilnehmern statt. Dies war sicherlich auch durch das in dieser Jahreszeit verringerte Interesse an einem Venedigaufenthalt bedingt. Ich habe die beiden für unsere Gruppe zuständigen Vortragenden als professionell engagiert, den Kursteilnehmern ihre Sprache zu vermitteln, kennengelernt. Erklärungen erfolgen naturgemäß ausschließlich auf Italienisch, die Verwendung von zweisprachigen Wörterbüchern ist nicht angebracht: für Übersetzungen liegt „Italiano Compatto“ in den Unterrichtsräumen auf, in dem italienische Ausdrücke italienisch erklärt werden. Auffallend war auch, dass selbst die private Kommunikation unter den Kursteilnehmern ausschließlich italienisch erfolgte. Nachmittags können zudem Einzelstunden mit Sprachtrainern vereinbart werden.

Das „Istituto“ befindet sich im Stadtteil Dorsoduro, somit in einer von Touristen weniger „heimgesuchten“ Gegend Venedigs, wohl aber in der Nähe der Accademia und der Frari-Kirche. Der naheliegende Campo Santa Margherita bietet mit seinen Restaurants, Bars, Gemüse- und Fischhändlern einen bunten Rahmen.

Als Unterkunft wird durch das „Istituto“ ein Hotel, Einzelzimmer bei Privatfamilien aber auch im „Campo Redentore“ auf der Giudecca angeboten. In diesem ehemaligen Kloster neben einer der Hauptkirchen Palladios befinden sich saubere, funktionale und preislich günstige Einzel- und Doppelzimmer. Der tägliche Weg zum Unterricht beginnt mit der Benützung des Vaporetto, um den Giudecca-Kanal zu überqueren. Zu Fuß geht es weiter – vorbei an einer der letzten Gondel-Werkstätten. Ab dem dritten Tag kennt man bereits die Mütter, die ihre Kinder zur Schule bringen, die Venezianer am Weg zur Arbeit und die Pensionisten mit ihren Hunden.

Nachmittags bietet das „Istituto“ fakultative Führungen und Vorträge an, die in die unbekannten Stadtteile der Lagunenstadt führen.

Die Verpflegung orientiert sich an den italienischen Gepflogenheiten: ein Cappuccino mit Cornetto im Stehen am „bancoder Bar ersetzt das kontinentale Frühstück; abends ein Besuch in einer Trattoria, für die das „Istituto“ einen Gutschein zur verbilligten Einnahme des Abendessens ausstellt; oder man macht es wie die Venezianer und genießt Cicchetti (eine große Auswahl kleiner Häppchen) und eine Ombra (ein Gläschen Hauswein) in einer der vielen typischen Bacari.

Riassumendo vorrei raccomandare il corso della „Scuola della Lingua Italiana – Istituto Venezia“: ci sono degli eccellenti insegnanti e un’ottima organizzazione ed ammi-nistrazione, che – in effetti – sono la causa principale per approfondire le conoscenze della lingua italiana. In più ho passato una meravigliosa settimana a Venezia, questa città, che affascina anche nella “versione invernale”.

Klagenfurt, Dezember 2015, Rudolf Thurner