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Reiseberichte

Portogruaro - 09. Oktober 2010
Sommerausklang

Am 9. Oktober brach eine Gruppe der Dante Klagenfurt in Richtung Süden auf, um noch etwas Wärme und Sonne zu tanken; Ziel war die Ausstellung „RINASCIMENTO TRA VENETO E FRIULI“ in Portogruaro.

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Da es für diese Ausstellung nur noch Besichtigungstermine am Nachmittag gab, stand am Vormittag der Ort CORDOVADO auf dem Programm, der den meisten Mitreisenden unbekannt war; ein Grenzort zwischen den beiden Regionen, der in der Vergangenheit für mehrere Jahrhunderte dem Bischof von Concordia als Sommerresidenz diente und die Grenze zu den Besitzungen der Äbte von Sesto al Reghena bildete.
Innerhalb des noch teilweise erhaltenen BORGO, begrenzt von zwei mittelalterlichen Tortürmen, befindet sich nicht nur das Haus des Gastalden (früher der Vertreter des Bischofs), sondern auch die Villa ATTIMIS – FRESCHI – PICCOLOMINI, die wir unter der Führung des Hausherren teilweise besichtigen konnten.
Conte Pietro Piccolomini berichtete in leicht verständlichem Italienisch wie diese Villa durch Erbverträge und Heirat in den Besitz seiner Familie gelangt war (die von der toskanischen Linie abstammte). Schon davor hatte Frau Graue im Bus die außergewöhnliche Geschichte der Villa erläutert, die aus dem 18. Jahrhundert stammte und nach dem Vorbild der venezianischen Paläste am Canal Grande entstanden war; an den ursprünglichen Kubus hatte man in der Folge weitere Gebäude angebaut und in den letzten Jahrzehnten für Wohnzwecke adaptiert. Der Hausherr führte uns auch in die an der Grundgrenze gelegene und dem Hl. Gerolamo geweihte Kirche, die von einem seiner Vorfahren wieder errichtet worden war, nachdem der Vorgängerbau unter Napoleon der ursprünglichen Bestimmung entledigt und in eine Schule umgewandelt worden war.
Die Villa ist heute von einem riesigen Garten mit altem Baumbestand und noch teilweise erhaltenen Wassergräben umgeben. Viele der früheren Werkstätten und Unterkünfte der Bauern und Arbeiter, aber auch Ställe und Heustadel wurden in schmucke Wohnungen verwandelt.
Von dort ging es auf einigen Umwegen zum Mittagessen in die OLISTELLA – azienda agricola STEFANI in Palazzolo sullo Stella. Wir hatten die Ölmühle schon vor zwei Jahren besichtigt, als sie gerade eröffnet worden war. Nunmehr konnten wir den weiteren Ausbau bewundern: In einem neuen Gebäude ist ein kleiner Laden untergebracht, in dem die dort erzeugten Produkte verkauft werden: von Öl über Wein, Oliven etc. ist alles zu finden. Daneben ein kleiner Gastraum für ca. 30 Personen, wo wir hervorragend gespeist haben. Alle Gerichte stammten aus eigener Produktion, veredelt und gekocht von der Frau des Hauses. Im 1. Stock befinden sich etliche Gästezimmer (Bed and Breakfast), sowie ein Saal für die Abhaltung von Seminaren und Kursen, die sich mit der Ölproduktion befassen. Im Frühjahr wollen wir auch dieses Angebot nutzen – zusammen mit einem Ausflug per Schiff in die Lagune von Marano.
Der letzte Punkt auf unserem Programm war der Besuch der Ausstellung in Portogruaro, in der nicht nur zahlreiche Werke von Pomponio Amalteo zu sehen waren, den wir bereits aus San Vito al Tagliamento kannten, sondern vor allem auch Madonnen im Vergleich: solche, die ganz eindeutig vom Norden beeinflusst waren und andere, die ihre Herkunft aus dem Umkreis von Venedig nicht leugnen konnten. Dazu interessante Dokumente über die Schifffahrt am Fluss Lemene, und die auf diesem von den Schiffern aus Caorle und Venedig transportierten Waren.
Nach der Ausstellung blieb aber noch Zeit um auch die Stadt mit ihren alten Mühlrädern zu besichtigen, sowie die venezianischen Paläste und das Rathaus, das mit seinen ghibellinischen Zinnen die Distanz zu Kirche und Papst demonstrieren sollten; auf dem Platz davor wurde ein Trödelmarkt abgehalten und hier konnte man auch die „vera da pozzo“ mit dem Wappen der Stadt bewundern: zwei Kraniche mit einem Campanile in ihrer Mitte.