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Reiseberichte

Die Mosaikschule in Spilimbergo

Am Samstag, dem 17. März 2012 brach eine Gruppe der Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt zu einer „Fahrt in den Frühling“ auf, die uns zunächst nach Spilimbergo in die Mosaikschule führen sollte, um an Ort und Stelle zu sehen, wie und wo das Mosaik, das uns im Dezember als Geschenk überreicht worden war, entstanden ist. Direktor Dr. Brovedani führte uns persönlich durch seine Schule, die 1922 für junge Friulaner gegründet worden war, um eine alte Handwerkskunst und –tradition zu erhalten und weiterzugeben und den jungen Menschen dann (im Falle der Emigration) einen besseren Start in einem neuen Land zu ermöglichen. Heute bietet sie Jugendlichen ab 17 Jahren aus ca. 20 unterschiedlichen Nationen eine interessante Ausbildungsmöglichkeit, wobei das weibliche Element unter den rund 80–100 Schülern überwiegt. Voraussetzung für die Aufnahme sind ausreichende Italienischkenntnisse, da der Unterricht in der Landessprache abgehalten wird.

Im ersten Jahr der dreijährigen Ausbildung lernen die Schüler nicht nur das handwerkliche Rüstzeugt, sondern auch die Verwendung des in der Natur vorhandenen Materials: in den Flüssen Meduna und Tagliamento werden Steine gesammelt und dann verarbeitet, wobei neben dem Mosaik auch der „Terrazzo-Boden“ ein Thema ist. Im 2. Jahr stehen byzantini-sche Mosaiken und somit die Verarbeitung von „tessere“ aus Glasfluss, auf dem Lehrplan. Im dritten Jahr können die Teilnehmer schon eigene Vorstellungen verwirklichen, Mosaike nach bedeutenden Vorlagen realisieren und mit unterschiedlichem Material arbeiten. Neben den Unterrichtsstunden in den Werkstätten, kommt aber auch der theoretische Teil nicht zu kurz: Mathematik, Kunstgeschichte, Zeichnen sind wichtige Fächer in der Ausbildung.

Die sechs besten Schüler können nach dem Abschluss auf ein Stipendium für einen ein-jährigen Perfektionslehrgang hoffen; in dieser Zeit arbeiten sie vor allem auch an Aufträgen, mit denen die Schule einen Teil ihrer Kosten finanziert.

Denn die Schule ist autonom und wird von einem Konsortium geführt, das auch für die Finanzierung zuständig und verantwortlich ist: die nötigen Finanzmittel werden durch Beiträge der im Konsortium vertretenen Körperschaften aufgebracht, durch Aufträge, die die Schule aus vielen Teilen der Welt erhält und durch Schulgeld, das von den Teilnehmern eingehoben wird.

Die Schule bietet auch Kurzkurse am Wochenende, sowie ein- und mehrwöchige Kurse (vorwiegend während der Sommerferien) für Interessenten aller Altersstufen (auch für Familien). Interessenten finden die Termine im Internet: www.scuolamosaicistifriuli.it

Begeistert waren die Reiseteilnehmer von der Verwendung neuer Materialien und dem Einsatz neuester Techniken, die besonders bei der Mosaik-Nachbildung der Pietà von Michelangelo, aber auch von Werken von Schiele und Klimt beeindruckten: denn die Oberflächen waren hier häufig nicht mehr eben und glatt, sondern wiesen interessante Strukturen auf, was den Arbeiten eine besondere Plastizität verleiht.

Eine Besichtigung von Dom und Castello in Spilimbergo durfte nicht fehlen, ehe das wohlverdiente Mittagessen bei „Da Afro“ eingenommen werden konnte.

Gestärkt ging es am Nachmittag weiter zum Castello Superiore Di Arcano in der Nähe von Fagagna. Ein gut erhaltenes Beispiel eines Castello friulano, das noch zeitweise bewohnt ist und das als besondere Spezialität biologisch produzierten Wein anzubieten hatte. Von diesem Angebot machten etlicher der Teilnehmer entsprechenden Gebrauch.

Da nicht alle Interessenten an diesem Termin teilnehmen konnten, ist eine WIEDERHOLUNG der Fahrt für Herbst 2012 geplant.