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Erfahrungsberichte

La Lingua La Vita in Todi/Umbrien

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich war im vergangenen Herbst zum ersten Mal bei einem Sprachkurs in Italien, und ich war rundherum begeistert. Die Sprachschule mit ihrer freundlichen, persönlichen Atmosphäre und ihren genauso kompetenten wie entgegenkommenden Lehrbeauftragten, die kleine mittelalterliche Stadt mitten im "grünen Herzen Italiens", das reizende Apartment, das die Schule für mich organisiert hat – all dies war bestens geeignet, meinen zweiwöchigen Aufenthalt zu einem einprägsamen Erlebnis zu machen und meine Freude an der italienischen Sprache, Lebensart und Kultur zu beflügeln.

Das Kernstück dieser Erfahrung bildeten die Lektionen am Vormittag, in denen wir von insgesamt vier Lehrbeauftragten (je zwei pro Woche) so anregend begleitet wurden, dass wir mit unserem eigenen Engagement zur Höchstform aufliefen. "Wir", das waren drei Teilnehmer/innen, abgesehen von mir als einziger Österreicherin aus Kanada und den Vereinigten Staaten stammend, alle auf ähnlichem Sprachniveau und ähnlich hoch motiviert. (Einen Einstufungstest hatten wir vor Beginn des Kurses an die Schule gesendet.)

Von unseren Lehrbeauftragten, vier jungen italienischen Frauen, beeindruckte jede einzelne auf ihre Weise mit ihrer persönlichen Ausstrahlung, ihrem fachlichen Können und ihren kommunikativen Fähigkeiten. Die Möglichkeit, mit vier unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten und Gedanken auszutauschen, empfanden wir alle als Bereicherung. Die wertschätzende, herzliche Atmosphäre in der Gruppe, die gelungene Mischung aus intensiver Konzentration und persönlichem Kontakt voller Leichtigkeit und Lachen machte die Arbeit zum reinen Vergnügen. Ein kleiner Höhepunkt war für mich die Erfahrung, dass ich meine übliche Scheu vor dem spontanen Reden von Anfang an auf geradezu wundersame Weise ablegen konnte.

Der besondere Charakter der mittelalterlichen Stadt mit ihren geschichtsträchtigen Bauten und ihrem alltäglichen Leben hat sicher zum guten Gelingen dieses Sprachkurses beigetragen. Alte Stadttore, schmale, hohe Gassen, steile Treppen, versteckte kleine Plätze und Kirchen kontrastieren reizvoll mit der hellen Offenheit der zentralen "Piazza del Popolo" auf der Anhöhe, umrahmt von der anmutig klaren Tafelfassade des Doms und beeindruckenden, zinnenbekrönten Kommunalpalästen. Alles, was zu den Annehmlichkeiten des "Studentenlebens" für jedes Alter gehört, von der Bar über die Caffetteria bis zum passenden Restaurant und kleinen Geschäften, ist schnell gefunden, "parlare italiano con la gente gentile" natürlich inbegriffen. (Wenn wir ab und zu von Italienern in Englisch angesprochen wurden, folgte unsererseits jedes Mal ein blitzartiges "Non parliamo inglese!").

Nun noch ein paar Informationen zum Angebot der Sprachschule:

Die Lektionen finden von Montag bis Freitag jeweils am Vormittag statt, von 9 bis 13 Uhr ab vier Teilnehmern in der Gruppe, bei zwei bis drei Teilnehmern von 10 bis 13 Uhr. Im ersten Teil geht es vorrangig um Grammatikthemen, im zweiten Teil um Konversation und Wortschatz. An den Nach-mittagen steht seitens der Schule ein reichhaltiges Angebot zur Verfügung, das von Konversation ("al bar o all'aperto") über Leserunden und "Cinema italiano" bis zu Kochkursen und vielem mehr reicht. Dazu gibt es fachkundig geführte Ausflüge in die Umgebung, wobei einem die verlockende Vielfalt der umbrischen "Città d'arte" die Wahl schwer macht.

Die gesamte Organisation der Sprachschule erschien mir in jeder Hinsicht zufriedenstellend:

Der reibungslose Ablauf der Anmeldung und Quartierbeschaffung, die sorgfältige Zusammenstellung der Gruppen, die leichte Erreichbarkeit des Büros, die flexible Offenheit gegenüber besonderen Wünschen, der Internetanschluss für die Teilnehmer, nicht zu vergessen die schätzenswerte Ein-richtung von Trinkwasserspendern. Dass die Sprachschule in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums liegt, ist eine willkommene Zugabe.

Für mich erwies sich die Auswahl dieses Ortes und dieser Sprachschule als kleiner Glücksfall, den ich zum größten Teil der einfühlsamen Beratung und der aktiven Unterstützung von Frau Anita Lenz bei der Società Dante Alighieri in Klagenfurt zu verdanken habe. Grazie tante!

Klagenfurt, Dezember 2011
Birgit Heintel-Kubelka