705

Erfahrungsberichte

Schule Arca Bologna

Wenn ich an der Uni noch gerade rechtzeitig in eine Vorlesung hinein rutsche, muss ich auch heute, ein halbes Jahr nach meinem vierwöchigen Sprachaufenthalt in Bologna, lächeln, über die Stereotype, die die Italiener von uns Österreichern haben, nämlich, dass wir alle überpünktlich und penibel wären, was, zumindest in meinem Fall, nicht zutrifft.
Ich hatte im Februar dieses Jahres durch Vermittlung der Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt (danke Anita), die Gelegenheit, vier Wochen bei einer Gastfamilie in Bologna zu verbringen. Während dieser Zeit musste ich meine Vorurteile über Italien korrigieren, etwa, dass unser Nachbarland auch im Winter viel Sonne zu bieten hätte. Die Realität war bei mir anders: jeden Tag musste ich mir meinen Weg (5 Minuten) zur Sprachschule durch Schneemassen bahnen.
Aber nun mehr über meine tägliche Routine in Bologna.

Um 8 Uhr stand ich auf und frühstückte mit meiner Gastfamilie. Bei vier Kindern ist schon in der Früh eine Menge los; ich war immer froh, dass es echten italienischen Kaffe gab.
Dann ging es in die Sprachschule, wo ich mit einem strahlenden,, Ciao bellissima! Come stai?'' begrüßt wurde. Mein Italienischlehrer freute sich jedes Mal, mich zu sehn und bestätigte uns jeden Tag in der Kaffepause, dass die Australierin, die Russin, die Taiwanesin, der Engländer und schließlich auch ich, die ,,besten Schüler'', die er je hatte, seien.
Zwischen Pausen und vielen ,,chiaccherate'', lernten wir italienische Grammatik. „Non odiatemi'', sagte unser Lehrer oft, wenn er wieder einmal von einer ,,Ausnahme'' sprach, für die es keine grammatikalische Regel gibt. Wir hassten ihn nicht, aber verzweifelten manchmal ein bisschen an den unzähligen Ausnahmen und den seltsamen Regeln.
Auch sonst unternahmen wir viel gemeinsam. Nach der Schule gingen wir meistens auf ein „panino'' oder eine „pizza al taglio'' und machten dann einen Spaziergang durchs wunderschöne Bologna.
Wenn ich nachmittags zu meiner Familie nachhause kam, war immer jemand da, mit dem ich mein Italienisch üben oder Karten spielen konnte.
Um ca. 21 Uhr gab es Abendessen. Jeden Abend gab es zuerst „pasta“, dann viel Gemüse und alle möglichen Hauptgerichte. Wir aßen oft bis 23 Uhr, dann traf ich meine „ragazzi'', meine italienischen Freunde. Sie nahmen mich mit ins „Empire'', das Irish Pub, das bei uns allen sehr beliebt war und tranken mit mir ein Guinness (keinen Aperol Spritz - der ist nämlich nur ein Aperitif und „darf'' nach 21 Uhr nicht mehr getrunken werden).

Ich habe viel gelernt in diesen 4 Wochen in Bologna. Ich habe definitiv mein Italienisch verbessert, aber vor allem ein Stück von einer für mich neuen Kultur und sehr warmherzige Menschen kennen lernen dürfen; ich bin sehr froh und dankbar, auf diese angenehme Art und Weise der italienischen Sprache und dem italienischen Volk ein bisschen näher gekommen zu sein.
Aufgrund der von mir gemachten positiven Erfahrungen kann ich nur allen Interessierten empfehlen, die Beratung und die Angebote eines Sprachaufenthaltes durch die Dante Alighieri Gesellschaft Klagenfurt in Anspruch zu nehmen.

Viktoria Raimann