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Sacile - Il giardino della Serenissima

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Herr Evio Bonas Mitglied unserer Gesellschaft, weil er einen Teil des Jahres in unserer Stadt verbringt; meist nimmt er auch an den genannten Treffen teil. Dort schlug er vor einiger Zeit eine Fahrt in seine Heimatstadt Sacile und einen Besuch „im Garten der Serenissima vor.

Gerne haben wir dieses Angebot angenommen, umso mehr als Hr. Bonas sich erbötig machte, eine Führung durch die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und das Essen zu organisieren.

Für viele von uns war es der erste Besuch in dieser ca. 20.000 Einwohner zählenden westlichsten Stadt der Region Friaul Julisch Venetiens, die am Fluss Livenza liegt, der die Grenze zur Region Veneto bildet.

Über 350 Jahre gehörte Sacile zur Repubblica di Venezia, die hier viele Spuren hinterließ; noch heute spiegeln sich die Fassaden großartiger Paläste, die auch an einem der Kanäle Venedigs stehen könnten, in der Livenza oder einem ihrer Seitenarme, die die Stadt durchziehen und mit den Reiz dieser Stadt ausmachen.

Der erste Punkt auf dem Besichtigungsprogramm, das uns von der Präsidentin des „Circolo della Cultura del Bello“, Prof. Anna Maria Coan, erläutert wurde, war jener Palazzo, den Iacomo Ragazzoni 1573 errichten ließ und der zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort wurde: „La casa delle delizie“.

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Noch heute vermittelt der Palast einen Eindruck vom Reichtum und der Bedeutung venezianischer Kaufleute. Zwar ist der Zugang vom Wasser heute zugemauert, aber dennoch erkennbar. Aber im Piano Nobile sind großartige und teils mit Fresken geschmückte Säle zu bewundern: die Sala dell’Imperatore war eigentlich als Verbin-dung zwischen zwei Teilen des Palastes gedacht; hier haben Künstler die wichtigsten Momente des Aufstiegs dieser Familie festgehalten: vom Aufenthalt Iacopos am englischen Königshof und dem Recht die Rose der Tudor in sein Wappen aufzunehmen, die Verhandlungen mit den Vertretern der Türken in Ragusa (Dubrovnik), die Begegnung mit dem französischen König Heinrich III, der ihm zwei Lilien aus seinem Wappen überträgt, die Verleihung der Grafschaft San Odorico an die drei Brüder Ragazzoni durch den Dogen Alvise Mocenigo und den Besuch der Kaiserin Maria von Habsburg (der Tochter Karl V und Witwe nach Kaiser Maximilian II) und ihrer Tochter im Palast von Sacile.

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Über der Türe zur Sala delle Bandiere erinnert ein Fresko an die Frauen von Nicosia und die heldenhaften Verteidiger von Famagusta – die Verteidiger des venezianischen Zypern gegen die Türken. 

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An der Fassade hat man diesen Teil mit Halblesenen verstärkt, die mit Skulpturen verziert wurden, die sich auf die klassischen Mythen beziehen. Sie sind nur noch teilweise erhalten; jene rund 30 Statuen, die sich im Park befanden, gingen vollkommen verloren.

Der Spaziergang durch die Stadt führte vorbei am Dom mit interessanten Bronzetüren des Künstlers Pino Casarini (20. JH) und zum „Battistero“, der Kirche Santa Maria della Salute, die auf drei Bögen errichtet wurde, die im Fluss gründen bis hin zur vollkommen von „portici“ eingerahmten Piazza del Popolo mit dem Palazzo/Loggia Comunale, der früher als Salzdepot genutzt wurde.

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen mit ungewöhnlich aufmerksamer und freundlicher Bedienung, schlossen wir unseren Ausflug in den westlichen Teil der Region Friaul Julisch Venetien mit einem Besuch der Abtei von Sesto al Reghena ab.